Wo ist Gott? oder was es zum Climate-Change-Blog! zu sagen gibt.
I. Prolog
Wer kennt nicht die Geschichte vom Kleinen Prinzen, der einst die Erde besuchte und am Ende seines Aufenthalts feststellte: Die Erwachsenen sind sehr, sehr eigenartig und die Kinder müssen mit ihnen sehr, sehr viel Geduld haben. Schalte ich das Radio ein, brauche ich nur zwei Welt-Nachrichten zu hören und im Innersten ruft es: Wo ist Gott? Eine leise Stimme flüstert dann: Er ist sicher da, nur eben gerade mal nicht zu Hause… Beruhigt mich es mich? Nicht wirklich. Macht es mir Mut zu hoffen? Nicht wirklich. Mit Beginn des Atomzeitalters, scheint Gott auf eine lange Reise gegangen zu sein – Ferienende ungewiss.
Im Herbst, entscheidet die Bundesregierung über den Widereinstieg Deutschlands in die Kernenergie (und das europäische Patentamt über den Patentantrag EP 1069819 -- Brokkoli und EP 1211926 -- Tomate). Um was es in diesem Blog geht: Der Titel sagt es: Climate Change! oder prosaischer, Gott nach Hause holen…
Über Gott schreiben können nur wenige und es wird auch nicht versucht. Was in diesem Blog versucht wird, ist: Aufzuzeigen, dass über Kernkraftwerke, über den Wiedereinstieg in die Atomenergie, der Klimawandel nicht aufzuhalten ist, wie von Atomindustrie, Bundesregierung und Weltklimarat, behauptet. Im Gegenteil! Der grundlegende Irrtum liegt im Blickwinkel des Weltklimarates (IPCC, International Panel on Climate Change) auf die energetischen Prozesse zwischen Himmel und Erde. Will der IPCC einen wissenschaftlichen Beitrag dazu liefern, die Atmosphäre zu beruhigen, dann heißt es zuallererst Rückgriff auf eine Wahrnehmung der Energie zu nehmen, die mit Robert von Mayer, James Prescott Joule und Hermann von Helmholtz die Physik eingegangen ist: Nichts verliert sich! Würde die Klimaforschung nicht in der Kategorie – Strahlungsbilanz sondern Wärmebilanz, denken und den Naturgesetzen folgen, dann wäre man schon einen Schritt weiter und die Klimaforscher würden erkennen: Allein durch die Nutzung der Energien aus Sonne, Wind und Wasser, wird die Menschheit die Klimaerwärmung hinter sich lassen.
Und vielleicht ist das soviel, wie Gott nach Hause, auf die Erde holen – denn letztendlich, so scheint es der Autorin, ist die Energiewende im Atomzeitalter, keine Frage von Energieengpässen oder sich um 3 Cent verteuernden Kilowattstunden. Die Energiewende ist in erster Linie eine Frage des Bewusstseins so wie eine Frage nach dem grundsätzlichen Verständnis von Energie.
Da Capo al Fine: Musiker haben eindeutig die bessere Sprache, um dem Spirit Ausdruck zu geben. Reisen wir also Gott ein Stück weit hinter her, um der Schönheit des Lebens, die wir im Begriffe sind gänzlich zu zerstören, zu begegnen. Melodien und Farben, Musik und Kunst – die Sprache der Götter, die Sprache des Kleinen Prinzen, sollen die Fragen um globale Mitteltemperaturen, Kohlendioxid-Emissionen, Spaltprodukte, Absorptionskoeffizienten und was einem sonst noch so innerhalb der Arbeit des IPCC begegnet, in diesem Blog bereichern – Climate Change!
Aus dem Canto General; Musik: Mikis Theodorakis, Text: Pablo Neruda.
Wie für viele, so stellt auch für mich der Canto General eine Hymne an das Leben, dar. Der kleine Ausschnitt, Vegetaciones, wurde bei einer Aufführung des Oratoriums mit Maria Farantouri und Petros Pandis mitgeschnitten. En la fertilidad crecia el tiempo – heisst soviel wie: In der Fruchtbarkeit wächst die Zeit. Bevor es mit Laufzeitverlängerungen und Kohlendioxid-Emissionen, weitergeht (Wer spanisch spricht, dem sei der Originaltext zum Mitlesen empfohlen.).
II. Aktuell: Laufzeitverlängerung – das Sudoku der Bundesregierung
Im Herbst wird in Deutschland über die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke entschieden. Acht Jahre, zwölf Jahre, achtundzwanzig Jahre oder länger sollen Kernkraftwerke, in der Vorstellung der Bundesregierung länger am Netz bleiben dürfen. Seit Monaten werden die unterschiedlichen zeitlichen Vorstellungen von CDU/CSU und FDP in die Öffentlichkeit getragen. Dank der Einschätzung des ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes, Hans-Jürgen Papier, wie dem Wahlausgang in NRW, sind zumindest maximal Forderungen von bis zu sechzig Jahren vom Tisch. Wollte die Regierung das Vorhaben ursprünglich unter Ausschluss der Länder durchsetzen, ahnt sie nunmehr, dass dieser Spielraum nicht gegeben ist. Derzeit prüfen Juristen, um wie viele Jahre die Laufzeiten -- ohne Zustimmungspflichtigkeit des Bundesrates – verlängert werden können. Auf welchen Zeitraum man sich einigt, hängt -- betrachtet man die Diskussion, allein davon ab, wie die Regierung das Vorhaben rechtlich, mit dem geringsten Widerstand durchsetzen kann. Das Ergebnis wird für Mitte bis Ende September erwartet bis dahin kann man Sudoku spielen. (die Auflösung wird Mitte September gegeben)
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Laufzeitverlängerung – das Sudoku der Bundesregierung
Dass es irgendwann von Seiten der Atomindustrie zum Versuch einer Aufkündigung des im Jahr 2000 vereinbarten Atomausstiegs kommen würde, war zu erwarten. Und nichts würde gegen den Vorstoß zum Widereinstieg sprechen, würde die Atomindustrie dem Allgemeinwohl dienen. Da die Atomindustrie dem Allgemeinwohl definitiv nicht dient – oder aber der Begriff von Politik und Gerichten in sein Gegenteil verkehrt worden ist – gilt es die zentralen Fragen, die mit dem Widereinstieg in die Kernenergie verknüpft sind, die Fragen nach Ethik, Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Selbstverständnis dieser Gesellschaft, aufzuwerfen. Climate Change!
Über die Gefahren der Atomenergienutzung, die Vernebelungsstrategien Ihrer Betreiber und die mit nichts zu beschönigende Verantwortungslosigkeit der Politik, was die Endlagerung betrifft, wurde und wird hinreichend in den Medien geschrieben. (Weite Teile der Bevölkerung sind von daher auch gegen eine Verlängerung des Atomzeitalters.) Worüber in den Medien allerdings nichts geschrieben wird ist die Tatsache, dass es der Weltklimarat, die Wissenschaftler des IPCC sind, die mit dem Vierten Sachstandsbericht von 2007, die alles entscheidende ethische Legitimation für den Widereinstieg in das Atomzeitalter geliefert haben: Klimaerwärmung off = Laufzeitverlängerung on. Die Begründung ist: Da Atomkraftwerke keine CO2-Emissionen produzieren, liefern sie einen unmittelbaren Beitrag, die Klimaerwärmung aufzuhalten.
Kurz für diejenigen, die nicht wissen, wer der IPCC ist. Das internationale Wissenschaftsgremium wurde 1988/89 ins Leben gerufen wurde, um die bestehenden Schriften zur Ursache der Klimaerwärmung zusammenzutragen, zu sichten und zu bewerten. Mit seinem Vierten Sachstandsbericht in 2007 hat das Gremium die Ursache für erkannt und die Suche für abgeschlossen erklärt. Kohlendioxid, wird -- ausgehend von der Hypothese des schwedischen Chemikers Svante Arrhennius von 1896 -- als Hauptursache der Klimaerwärmung gesehen. Um die Klimaerwärmung zu stoppen empfiehlt der IPCC die drastische Reduktion der anthropogenen Kohlendioxid-Emissionen. Im Portefolio der Maßnahmen zur Reduktion des Treibhausgase der Energiewirtschaft sind Atomenergie, CCS (Carbon Dioxide Capture and Storage) und erneuerbare Energien. (Mehr zum Weltklimarat innerhalb des Blogs.)
Kritiker des IPCC werden seit Jahren verunglimpft, doch die anempfohlenen Maßnahmen kommen – der IPCC möge entschuldigen – dem Weltbild eines Dinosauriers gleich. Schlimmer: Die Brücken, die der IPCC baut, sind ein Schlag in das Gesicht all derer, die sich für eine Welt in Frieden, Gerechtigkeit (Generationengerechtigkeit mit eingeschlossen) und Demokratie einsetzen. Die Brücke für den Widereinstieg in die Kernenergie; die Brücke für eine weitere Endlagertechnologie, CCS; die Brücke zu Geoengineering -- wenn alle anderen Maßnahmen nicht greifen. Die einzige Brücke, für die der Weltklimarat -- wie keine andere Institution in der Welt (neben den Weltreligionen) -- eine unumkehrbare Brücke hätte bauen können, ist zu einer offenen Klappbrücke im Stil der Tower Bridge in London geworden. Ob die erneuerbaren Energien die Zivilisation sicher in das 22. Jahrhundert tragen, ist seit dem Vierten Sachstandsbericht, seit der Befürwortung von Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken in Frage gestellt.
Angesichts der Tatsache, dass alle Gefahren, die von der Atomenergie ausgehen, dem IPCC bekannt sind; angesichts der Tatsache, dass für sie (wie für weite Teile der Öffentlichkeit) die erneuerbaren Energien die Zukunft sind, wäre Zivilcourage die einzige Antwort der Wissenschaft auf den Klimawandel wie das lang gehegte Ansinnen der Atomindustrie gewesen. Woher der IPCC sein Vertrauen schöpft, dass die vier großen Atomkonzerne RWE, E.on, Vattenfall, und EnBW, nach Ablauf der zugestandenen verlängerten Laufzeitverlängerung, erneut freiwillig wieder auf die Atomkraft verzichten werden, sei dahin gestellt. (Allein wenn man in die internationalen Forschungsprojekte hineinschaut, ahnt man, dass es für ein derartiges Vertrauen keine Grundlage gibt. Die Brückentechnologie weist allein über die Forschungsprojekte perspektivisch in die ferne Zukunft. Von den monetären Gewinnen ganz abgesehen.) In diesem Climate-Change-Blog wird an die These von der Brücke nicht geglaubt; Das Vorhaben Laufzeitverlängerung steht für den Beginn eines langen Widereinstiegs in die Kernenergie.
Dass es per se der ethische Anspruch des Weltklimarat ist, dem Allgemeinwohl zu dienen, steht außer Frage. Wenn der Weltklimarat der Atomindustrie nunmehr ein grünes Mäntelchen reicht, ja gar selbst überstreift, dann birgt das Sprengstoff - ethisch, wissenschaftlich, wie verfassungsrechtlich. Ethisch muss die Frage lauten: Sind Klimawissenschaftler befugt der Zivilisation eine Technologie anzuempfehlen, die für tausende von Generation nach uns Gefahren birgt? Wissenschaftlich muss die Frage lauten: Ist die Kohlendioxid-Theorie, physikalisch derart Hieb und Stichfest, als dass die Klima-Wissenschaft den Regierungen die Notwendigkeit des Widereinstiegs in die Atomenergie nahe legen könnte? Verfassungsrechtlich muss die Frage lauten: Mit wie vielen Ungesichertheiten (Incertainties) innerhalb der Beweisführung der Kohlendioxid-Theorie hat der IPCC das Recht, Maßnahmen zu empfehlen, die so entscheidend in die Grundrechte der BürgerInnen wirken, wie die Endlager-Technologien CCS und Kernenergie.
III. Die Kohlendioxid-Hypothese
Welche Sicht wird in dem Climate-Change-Blog vertreten?
- Was die Frage um Kohlendioxid-Emissionen als Ursache für die Klimaerwärmung betrifft:
Es wird in diesem Blog nicht angezweifelt, dass Kohlendioxid ein Gas ist, dass den Infrarotanteil des Sonnenlichts absorbiert und in Wärme umwandelt. Es wird auch nicht angezweifelt, dass es zu erheblichen Veränderungen innerhalb der Erdatmosphäre gekommen ist, deren Auswirkungen sich schon heute in Flut, Dürre, … niederschlagen. Was angezweifelt wird ist, dass Kohlendioxid als Hauptursache für die Veränderungen anzusehen ist. - Widersprochen wird somit der Behauptung:
Dass die Reduktion von Kohlendioxid – Emissionen zu einem Einhalt der Klimaerwärmung führen. Widersprochen wird insbesondere, dass mit Hilfe von Atomkraftwerken oder CCS (und in ferner Zukunft Geoengeeniering) der Klimaerwärmung Einhalt geboten werden kann. - In diesem Blog wird die Auffassung vertreten:
Dass die Klimaforschung von einem unsachgemäßen Energieverständnis ausgeht und dass folgende Schrift die physikalisch stimmigere Herangehensweise bereit hält:
Prof.Dr. Wilhelm Ripl, Dr. Hermann Scheer, Memorandum zum Klimawandel – notwendige gesellschaftliche Reformen zur Stabilisierung des Klimas und zur Lösung der Energiefragen, Systeminstitut Aqua Terra (SAT) e.V. 2007. PDF - Was die so genannten Klimaskeptiker betrifft:
Die Stigmatisierung und Diskriminierung derer, die den IPCC kritisieren -- eine Methode, die mehr an die dunkle Zeit Deutschlands erinnert -- wird nicht akzeptiert. Ich sehe mich nicht als Verschwörungstheoretikerin, wenn ich die physikalischen Ursachen für Dürren, Fluten, Stürmen, Gletscherschmelze nicht prioritär im Anstieg der industriellen Kohlendioxid-Emissionen, sondern in einer Veränderung der Zirkulationsmuster -- als Folge der menschlichen Aktivitäten, sehe. Ich sehe mich auch nicht als Verschwörungstheoretikerin, wenn sich hieraus ergibt, dass Empfehlungen wie Atomkraft, CCS oder Geoengineering , als kontraproduktiv angesehen werden, um die Klimaerwärmung aufzuhalten. (Abgesehen davon, dass diese Maßnahmen aus ethischen Gründen abgelehnt werden.) - Kommentare:
Ich habe mich dazu entschlossen einen Blog zu eröffnen, in dem die Möglichkeit, zu kommentieren, vorab nicht gegeben ist. Es fehlt mir momentan die Zeit, die Kommentare zu sichten, zu durchdenken und zeitnah darauf zu antworten. Über eine Lösung wird nachgedacht.